Hearings sind zum Gewinnen da – Ein Beitrag von Johannes Jeep

//Hearings sind zum Gewinnen da – Ein Beitrag von Johannes Jeep

Hearings sind zum Gewinnen da

Die Hearings unserer Spitzenkandidaten für den Bundestagswahlkampf zeigen, dass in unserer Partei eine große Nachfrage nach exzellentem politischen Personal besteht. Dabei sind kettenhafte Dauer- und Massenbefragungen mit 8 Kandidaten weniger geeignet als offene Wechselgespräche mit dem Publikum. Bei ersterem Format sind die reinen Rezeptionsanteile ermüdend lang. Ein echtes interaktives Kennenlernen ist so nicht möglich. Im Frage-Antwort-Modus lassen sich dagegen die belastbaren Argumente und Eignungen besser messen – darum sind sie nicht immer beliebt und es scheint Moderationsstile zu geben, die solche effizienten Begegnungen erschweren.

Inhaltlich decken die Diskussionen mit fundierten Nachfragen eine weiten und fachlich anspruchsvollen Bereich von Außen- und Sicherheitspolitik, Zukunft der EU über Wirtschafts- und Sozialpolitik bis hin zu Innerer Sicherheit, Bildung und Kultur ab. Hierzu werden detaillierte und differenzierte Stellungnahmen erwartet. Erst in einer Gesamtschau mehrere Äusserungen treten inhaltliche Qualität und stilsichere Argumentation hervor – und auch, wie souverän eigenständige Fragen und Argumente aufgegriffen und gewürdigt werden. Es gibt tatsächlich Kandidaten, die ihre Vorlieben für unantastbar wichtig halten, Kritik zurückweisen und ihren eigenen Kanon nicht hinterfragen. Am klarsten können sich die Kandidaten profilieren, die über vereinzelte Schwerpunkte hinaus mehrere ressortübergreifende Themen einordnen und dazu eigene Ansätze vortragen können. Ein-Themen-Spezialisten sind schnell an ihrer Grenze, eben weil es keinen Ein-Themen-Wahlkampf geben wird. Die liberale Partei wird nur mit einer gesamtgesellschaftlichen Botschaft gehört werden. Insoweit wirken sich klare Gedankenführung, Lebens- und Berufserfahrung der Kandidaten sowie ihr
Mut zu einer breiten Meinungsbereitschaft gleichermaßen für den Erfolg ihres Auftritts aus.

Den Zuhoerern und Deligierten ist zu wünschen, dass sie eigene Kriterien an die Beurteilung der Kandidaten ansetzen: Wer kann auftreten? Wessen Engagement und Energie ist überzeugend? Wer hat aus seiner eigenen Lebensleistung heraus intellektuell, inhaltlich und programmatisch liberale Ideen und Lösungen anzubieten? Wer ist politisch eingeworben und erfahren und nicht nur auf der Suche nach einer angenehmen Position im eigenen Karriereweg? Wer kann draußen den Wähler mitreißen? Mit wem gewinnen wir?

Johannes R. Jeep
stv. Ortsvorsitzender
2017-03-04T13:32:32+00:00 4. März 2017|OV Charlottenburg-City|